10. August 2010

Farben im Garten




Besuch von Fotografen, die im Garten aufnehmen möchten ist immer gerne gesehen, solange nicht "Pflanzen- und Gartenfotografie im Hauptberuf“ auf der Visitenkarte steht. Das ist bei der “Farbenflüsterin“ nicht der Fall, die in ihrem eigenen Stil alle Arten der Fotografie abdeckt. Im Garten Gröne standen Blüten im Focus. Die aktuellen Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung faszinieren die Künstlerin und der spielerische Umgang mit Farbwerten, Kontrast und Dynamikumfang bringt erstaunliche Ergebnisse.
Die Bilder entstanden bei einem Besuch Mitte Juli. Helenium, Gaura, und Crocosmia sind unschwer zu erkennen.
Auf der Fotocommunity-Webseite sind die Bilder in der Rubrik “Aus dem Zaubergarten“ veröffentlicht.

Einen Querschnitt ihres Schaffens zeigt die Internet-Bildagentur seen.by

12. Mai 2010

Gestalten von der Pflanze aus, von Bernd Schubert, RP


Hermann Gröne gilt unter Blumenfreunden als "Stauden-Papst". Den unfreiwillig erhaltenen Titel mag der Wahl-Leuther gar nicht. Aber er wirbt unermüdlich für die pflegeleichten und attraktiven Pflanzen.
"Das ist doch der Stauden-Papst aus Leuth", heißt es nicht nur im Kreis Viersen, wenn von Hermann Gröne (47) und der wunderbaren Pflanzen-Gattung im Allgemeinen die Rede ist.

So beginnt ein längerer Artikel in der Rheinischen Post vom 12.5.2010.
Scherze über die amerikanische Flowerpower Bewegung und zum derzeit schlechten Ansehen der Katholischen Kirche in der Öffentlichkeit sind also vorprogrammiert. Googelt man/frau den Begriff in obiger Schreibweise erscheint meine Wenigkeit noch vor dem großen Karl Foerster und dass ist mir tatsächlich peinlich und völlig unangemessen.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

24. April 2010

Gartenreise nach England im Spätsommer


Ende August-Anfang September 2010 startet eine viertägige Gartenreise nach England, die Sie zu ausgewählten Gartenzielen in den Grafschaften Kent und Sussex führt.
Wir besuchen die große alte Dame englischer Gartenkunst Beth Chatto, ihren berühmten Kiesgarten und die Gärtnerei. Great Dixter ist das Anwesen des Gartenbuch-Autors Christoffer Lloyd, bekannt für seine unkonventionelle, aber effektvolle Verwendung von Farben. Die königlichen Gartenanlagen RHS Garden Wisley sind eine Institution. Hier hat vor einigen Jahren der Niederländer Piet Oudolf großräumige Staudenpflanzungen angelegt.
Last, but not least: Sissinghurst Castle, vielleicht der bekannteste Garten weltweit, gegründet von Vita Sackville-West. Sehen Sie den berühmten weißen Garten und das Purple Border 'live'. Der Besuch von Hever Castle and Garden und eine Stadtrundfahrt in London runden das Programm ab.
Mehr zu Termin, Kosten und Co. erfahren Sie hier.

19. April 2010

Blühende Paradiese - Niederrheinische Gärten öffnen ihre Pforten



Die Neuauflage 2010 der „Gartenparadiese am Niederrhein“ von Susanne Paus und Hans Glader stellt neben Anlagen aus den Kreisen Kleve und Geldern auch Gärten im Kreis Viersen vor.
Der großformatige Bildband präsentiert 27 unterschiedliche Privatgärten und parkartige Anlagen von Borken im Norden bis Viersen im Süden des Niederrhein. Ein Teil der Gärten liegt in der niederländischen Provinz Gelderland. Der ausführliche Text von Susanne Paus beschreibt jeden Garten auf sechs Seiten. Die Fotografien von Hans Glader zeigen die Anlagen von ihrer besten Seite.
In dieser Ausgabe sind erstmalig auch drei Gärten aus dem Kreis Viersen aufgenommen worden.
Neben dem Blumengarten Waldorf in Hinsbeck-Oirlich und dem Stadtgarten der Familie Kohlhaas in Viersen Dülken der Garten Gröne in Leuth-Busch.
Unter dem Titel „Natürlich am Schönsten“ vermitteln der einfühlsame Text und spannende Fotos von Gräsern, Astern und früh- und spätsommerlichen Impressionen einen Eindruck des Garten Gröne im Lauf der Jahreszeiten. Infos zu Öffnungszeiten, Anfahrt und Ausflugstipps in der näheren Umgebung runden die Sache ab.
Zu den im Buch vorgestellten Gärten gehören u.a. der Garten Lucenz/Bender in Bedburg-Hau oder der Privatgarten von Piet Oudolf in Hummelo.
Mercator Verlag, 168 Seiten mit über 270 Fotos und Übersichtskarte, Format 25 x 31 cm,
Preis 28,- Euro,
ISBN: 3-87463-460-1

Mehr Infos beim Verlag

Google-Maps-Karte: Gartenparadiese am Niederrhein

29. März 2010

Was sind Opferstauden?


Gastbeitrag von Torsten Matschiess, Garten Alst

Die Aufnahme zeigt Aralia californica im ersten Frühjahr umgeben von Geum rivale.

Da der Begriff der Opferstaude bereits kursiert, möchte ich eine kleine Definition nach reichen.
Als der Garten Alst frisch bezogen noch ein Meer von Weihnachts- und Lebensbäumen war, ging es bei geselligen Abenden so langsam los mit der Planung. Von meiner ursprünglichen Idee, zuerst kleine Beete als Inseln in die Wiese zu platzieren, um dort zuerst die Großstauden zu pflanzen, konnte uns unser Freund Hermann (www.garten-groene.de) schnell abbringen. Zum einen musste in jedem Fall der gesamte Plan stehen, bevor wir diese Inseln hätten anlegen können und zum anderen bot Hermann an, seinen eigenen Garten zu beernten, um nicht zu sagen zu plündern. Bei der weiteren Planung wurde schnell klar, dass die Großstauden nicht im Hintergrund, sondern nah an den zahlreichen Wegen stehen sollten, ohne jedoch diese langfristig zu verbauen. Im späten Sommer sollten sie durch ihre gestaffelte Anordnung Strukturen schaffen, den Raum optisch vergrößern und Sichtachsen nicht entlang der Wege sondern durch die Beete selbst schaffen.
Was bei einer in der Höhe gestaffelten Rabatte in der Regel weniger Beachtung findet, wurde zur interessanten Frage bei unserer Planung: Wie umpflanzen wir die Großstauden, damit sich diese adäquat entwickeln können und ihr Umfeld auch im Frühjahr attraktiv wirkt. Wer einmal die Entwicklung einer Aralie (continentalis oder californica) oder Aconogonon speciosum Johanniswolke über Jahre beobachtet hat, wird wissen, welchen immensen Raum sie über diese Zeit einnehmen. Wir waren also auf der Suche nach Stauden, die möglichst früh im Jahr blühen und mit im Jahresverlauf zunehmender Beschattung (durch die Großstauden) zurecht kamen. Des weiteren mussten sie nicht sehr langlebig sein, da sie mit der Zeit eh verdrängt werden. In diesem Zusammenhang fand ich den Begriff Opferstauden angemessen. (Zu diesem Zeitpunkt wären Einjährige nicht in Frage gekommen. Kann man mal sehen, wie dogmatisch wir in diesen Dingen waren…)
Als Opferstauden wurden dann schnell folgende Kandidaten ausgewählt: Papaver orientale, Geum rivale, Pulmonaria officinalis, Geophyten, Bistorta affinis und weitere Bodendecker für eher halbschattiges Milieu.
In Kürze folgen ein paar Beispiele aus der Praxis. Hier und unter garten-groene.blogspot.com.
Am Rande: Der Name Opferstauden habend, d. h. „zum Opfer die (Homa-)Staude verwendend”, ist ein Kultname des Priesters Spitama aus Awesta „Zarathuschtra Spitama”.

28. März 2010

Staude der Stunde-Pachyphragma macrophyllum


Die unscheinbare Staude mit den frischgrünen, runden Blättern fällt im Sommer nicht weiter auf. Ihre besondere Stärke liegt in der frühen Blütezeit direkt nach Krokus und Galanthus. Auch im tiefen Laubgehölzschatten kommt die immergrüne Staude gut zurecht. Sie sät sich leicht aus ohne lästig zu werden und dient als Begleiter von Solitär- und Blattschmuckstauden oder Bodendecker im Schatten und Halbschatten.
Bis vor einigen Jahren fand sich Pachyphragma macrophyllum syn. Thlaspi macrophyllum nur in der englischen Gartenliteratur beschrieben.
Beth Chatto schreibt in ihrem Buch: 'Im grünen Reich der Stauden' über sie: "Ich verwende große Mengen als Bodendecker und wirkungsvoll im Schatten unter Büschen. Es ist eine unterschätzte Pflanze, die sich nur langsam ausbreitet und mit ihren großen, runden, schimmernden Blüten ein auffälliger Bodendecker ist. Wenn die Schneeglöckchen verblüht sind, treten die dichten, weißen Blütenbüschel wie spät gefallene Schneeflocken deutlich hervor."

Bestimmt bieten mehrere Staudengärtnereien das großblättrige Täschelkraut an. Bekannt sind mir zur Zeit Friesland-Staudenkulturen in Jever und Staudengärtnerei Sarastro in Ort am Inn, Österreich.

23. März 2010

Wer war eigentlich Rosemarie Weisse?


Die Planerin und Staudenkennerin Rosemarie Weisse gestaltete 1983 im Zuge der IGA München im Westpark eine Steppenheidepflanzung, die vielen Staudenfreunden ein Begriff wurde. Mit der Verwendung von Gräsern wie Miscanthus, Stipa, Pennisetum und vielen Stauden der momentan sehr angesagten nordamerikanischen Prärie war sie ihrer Zeit voraus.
Dass sich die Pflanzung in der 90er Jahren stets im optimalen Pflegezustand präsentierte, lag daran, dass die Planerin regelmäßig die Anlage besuchte und für ein geringes Honorar in die Pflege über Jahre persönlich eingebunden war.
Dadurch konnten Fehlentwicklungen wie unkontrollierte Aussaat einzelner Arten, das Einnisten von Wurzelunkräutern oder ungeeignetes Nachpflanzen bei Ausfällen immer verhindert werden. In Zeitschriften und Gartenbüchern war die Anlage präsent. Zum Beispiel berichtet Penelope Hobhouse in ihren Buch “Pflanzen in ihren Lebensbereichen“ über die Anlage. Auch Noel Kingsbury zeigt in “The new perennial garden“ Fotos der Pflanzung. Der englische Gartenautor Stephen Lacy berichtet 2002 über “The new german style“ und schreibt begeistert vom Besuch im Westpark. Zu der Zeit war für internationale Besucher des Sichtungsgarten Weihenstephan auch ein Besuch dieser Staudenpflanzung obligatorisch.
Rosemarie Weisse verstarb 2002 im Alter von 74 Jahren. Seitdem hat die Qualität der Pflanzung abgenommen. So die Meinung mehrerer Besucher des Gartenpraxis-Semiars zur Zukunft und Aktualität der Staudenrabatte in Grünberg. Auf private Initiative wurde inzwischen Kontakt mit dem Witwer aufgenommen, um Einsicht in die Pläne und Aufzeichnungen nehmen zu können.
Die Verantwortlichen des Westpark scheinen nicht genug zu würdigen, dass die Planerin in Gartenbaukreisen weltberühmt ist und dies eine Pflanzung mit Vorreiterrolle war.
Ich habe jahrelang als Besucher der Gartenpraxis Seminare mit Frau Weisse im Saal gesessen und das ein oder andere anregende gärtnerische Gespräch führen können. Wenn das Netz nichts vergisst, freue ich mich hiermit, einen kleinen Beitrag zum Andenken an Rosemarie Weisse geleistet zu haben.


Fotos von der Staudenpflanzung im Westpark auf flickr von 2007

Artikel von 2002 im engl. Magazin Horticulture, in english

Gärtnerische Ziele in Europa